2022_01_26_salz_und_stein__Print_JPEG 8 Bit 300 dpi Adobe sRGB_03

ANLIEGENARBEIT · IoPT · ST. GALLEN

Anliegenarbeit – dir selbst begegnen

Die Anliegen-Methode bietet eine Möglichkeit, sich mit einer Frage, einem Konflikt oder etwas, das sich im eigenen Leben immer wieder zeigt, auseinanderzusetzen.

Ausgangspunkt ist das, was dich heute beschäftigt.

Was ist ein Anliegen?

Ein Anliegen kann aus einer Frage entstehen, die dich beschäftigt.

Vielleicht möchtest du verstehen, warum du in bestimmten Situationen immer wieder ähnlich reagierst.

Vielleicht beschäftigt dich eine Beziehung, ein Konflikt, eine Entscheidung oder ein Gefühl, das du nur schwer einordnen kannst.

Oder du nimmst wahr, dass etwas in deinem Leben nicht mehr stimmig ist, ohne bereits genau benennen zu können, worum es geht.

Für die Arbeit mit der Anliegen-Methode wird daraus ein persönliches Anliegen. Es kann als Satz, als einzelne Worte oder auch in anderer Form ausgedrückt werden.

Zum Beispiel:

Ich möchte verstehen, warum …

Was geschieht mit mir, wenn …

Warum fällt es mir so schwer …

Ich möchte …

Dabei geht es nicht darum, möglichst schnell die „richtige“ Formulierung zu finden.

Die Auseinandersetzung damit, was dich wirklich beschäftigt und was du für dich anschauen möchtest, kann bereits Teil des Prozesses sein.

Ein Anliegen beginnt dort, wo etwas für dich Bedeutung hat.

Was bedeutet Selbstbegegnung?

Der Begriff Selbstbegegnung beschreibt für mich zunächst etwas sehr Einfaches:

sich dem zuzuwenden, was im eigenen Erleben auftaucht.

In der Arbeit mit deinem Anliegen können unterschiedliche Wahrnehmungen entstehen. Das können Gefühle, Gedanken, körperliche Empfindungen, Erinnerungen oder innere Reaktionen sein.

Manches davon erscheint vielleicht vertraut.

Anderes überrascht oder ist zunächst schwer einzuordnen.

Es geht nicht darum, möglichst schnell eine Erklärung dafür zu finden.

Wir können wahrnehmen, was sich zeigt, und gemeinsam untersuchen, ob und welche Bedeutung es im Zusammenhang mit deinem Anliegen für dich hat.

Manchmal können dabei Verbindungen zu früheren Erfahrungen sichtbar oder spürbar werden. Manchmal bleibt etwas zunächst offen.

Nicht alles, was sich zeigt, muss sofort verstanden werden.

Wie kann eine Selbstbegegnung ablaufen?

Am Anfang steht dein Anliegen.

Gemeinsam nehmen wir uns zunächst Zeit dafür, was du damit ausdrücken möchtest. Daraus entsteht die Formulierung, mit der du in die Selbstbegegnung gehst.

In der Anliegen-Methode wird mit einzelnen Elementen deines Anliegens gearbeitet.

Im Gruppensetting können andere Teilnehmende für solche Elemente in Resonanz gehen. Im Einzelsetting kann die Arbeit entsprechend angepasst werden.

Während der Selbstbegegnung nimmst du wahr, was sich im Kontakt mit deinem Anliegen und den einzelnen Elementen entwickelt.

Dabei können Worte entstehen, Gefühle auftauchen, körperliche Reaktionen wahrnehmbar werden oder Erinnerungen in den Vordergrund treten.

Was geschieht, lässt sich nicht im Voraus festlegen.

Meine Aufgabe besteht darin, den Prozess zu begleiten, Fragen zu stellen, Wahrnehmungen anzubieten und darauf zu achten, was sich im Verlauf der Selbstbegegnung entwickelt.

Am Ende können wir gemeinsam betrachten, was du erlebt hast und was davon für dein Anliegen Bedeutung haben könnte.

Was bedeutet Resonanz?

In einer Selbstbegegnung innerhalb einer Gruppe können andere Teilnehmende eingeladen werden, mit einzelnen Elementen deines Anliegens in Resonanz zu gehen.

Dabei können bei den Resonanzgebenden unterschiedliche Wahrnehmungen entstehen – beispielsweise Gefühle, Gedanken, körperliche Empfindungen oder Bewegungsimpulse.

Diese Wahrnehmungen können dir während deiner Selbstbegegnung etwas anbieten, mit dem du in Kontakt gehen kannst.

Sie sind jedoch keine objektive Aussage darüber, wer du bist oder was in deiner Geschichte geschehen ist.

Entscheidend ist deshalb nicht, eine Wahrnehmung eines anderen Menschen als Wahrheit zu übernehmen.

Es geht darum, zu beobachten, was sie in dir auslöst, ob etwas damit in Resonanz geht und welche Bedeutung es für dich möglicherweise bekommt.

Eine Resonanz ist ein Angebot zur Wahrnehmung – keine Wahrheit über einen anderen Menschen.

Meine Rolle während einer Selbstbegegnung

Während einer Selbstbegegnung begleite ich den Prozess und beobachte gemeinsam mit dir, was sich entwickelt.

Ich stelle Fragen, greife Wahrnehmungen auf und kann meine fachliche Perspektive einbringen, wenn sie für den weiteren Prozess hilfreich erscheint.

Dabei können meine Wahrnehmung und deine Wahrnehmung unterschiedlich sein.

Nicht jede Beobachtung oder Frage von mir muss für dich Bedeutung haben.

Wir können gemeinsam betrachten, was für dich Bedeutung bekommt, was Fragen aufwirft und was vielleicht zunächst offenbleibt.

Die Verantwortung für die Begleitung und den Rahmen liegt bei mir.

Was du aus deiner Selbstbegegnung mitnimmst und welche Bedeutung du dem Erlebten gibst, bleibt bei dir.

Was muss sich dabei zeigen?

Nichts Bestimmtes.

Eine Selbstbegegnung muss nicht zu einer bestimmten Erkenntnis führen.

Vielleicht wird etwas verständlicher.

Vielleicht entsteht eine neue Frage.

Vielleicht nimmst du eine Reaktion wahr, die du bisher wenig beachtet hast.

Vielleicht berührt dich etwas stärker, als du erwartet hast.

Und vielleicht bleibt etwas zunächst unklar.

Es kann darum gehen, dem, was sich zeigt, Aufmerksamkeit zu geben, ohne daraus sofort eine Erklärung oder eine Veränderung machen zu müssen.

Auch die Zeit danach gehört zum Prozess

Eine Selbstbegegnung endet nicht mit dem Ende des Termins. Was wir erleben, wirkt weiter – bewusst oder unbewusst.

Deshalb empfehle ich zwischen intensiveren Selbstbegegnungen in der Regel einen Abstand von drei bis vier Wochen. So bleibt Zeit für die weitere Auseinandersetzung und Integration dessen, was in Bewegung gekommen ist.

Auch die Zeit zwischen zwei Selbstbegegnungen gehört für mich zum Prozess.

Für Selbstbegegnungen gelten zudem bestimmte Rahmenbedingungen im Umgang mit Alkohol, Cannabis, anderen psychoaktiv wirkenden Substanzen und ärztlich verordneten Medikamenten.

Rahmen der persönlichen Begleitung →

Auch etwas noch nicht zu verstehen, kann Teil einer Selbstbegegnung sein.

Selbstbegegnung im Einzelsetting oder in der Gruppe

Anliegenarbeit ist sowohl in der persönlichen Einzelbegleitung als auch im Rahmen von Gruppen und Seminaren möglich.

Die Arbeit mit dem Anliegen unterscheidet sich dabei je nach Setting.

Im Einzelsetting

Wir arbeiten zu zweit mit deinem persönlichen Anliegen. Für einzelne Elemente deines Anliegens können Bodenanker oder andere Platzhalter verwendet werden.So kannst du dich den einzelnen Elementen zuwenden und wahrnehmen, was sich dabei für dich zeigt.
Persönliche Begleitung

In der Gruppe

In einer Gruppe können andere Teilnehmende als Resonanzgebende für Elemente eines Anliegens zur Verfügung stehen. Du kannst mit einem eigenen Anliegen arbeiten oder an den Selbstbegegnungen anderer Menschen teilnehmen und dabei eigene Wahrnehmungen machen.
Offene Seminare

Anliegen-Methode und IoPT

Die Anliegen-Methode ist eng mit der Identitätsorientierten Psychotraumtheorie (IoPT) verbunden, die von Prof. Dr. Franz Ruppert entwickelt wurde.

Innerhalb der IoPT wird davon ausgegangen, dass traumatische Erfahrungen zu psychischen Spaltungen und zur Entwicklung von Überlebensstrategien führen können.

Die Arbeit mit einem persönlichen Anliegen soll die Möglichkeit eröffnen, sich mit dem eigenen Erleben und möglichen inneren Zusammenhängen auseinanderzusetzen.

IoPT ist eine wesentliche fachliche Grundlage meiner Arbeit. Gleichzeitig ist mir wichtig, theoretische Modelle nicht mit der individuellen Geschichte eines Menschen gleichzusetzen.

Eine Theorie kann eine Perspektive anbieten. Sie kann nicht vorwegnehmen, was sich bei einem einzelnen Menschen zeigt.

Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wie ich auf Trauma, frühere Erfahrungen und mögliche Überlebensstrategien schaue:

Was Anliegenarbeit nicht ist

Anliegenarbeit ist für mich kein Verfahren, mit dem sich zweifelsfrei feststellen lässt, was in der Vergangenheit eines Menschen geschehen ist.

Wahrnehmungen, Erinnerungen oder Resonanzen, die während einer Selbstbegegnung entstehen, sollten deshalb nicht automatisch als objektive Tatsachen verstanden werden.

Ebenso kann ich nicht versprechen, welche Erkenntnisse oder Veränderungen aus einer Selbstbegegnung entstehen.

Meine Arbeit mit der Anliegen-Methode findet im Rahmen von Coaching, Beratung und traumasensibler Begleitung statt.

Sie ersetzt keine medizinische, psychiatrische oder psychotherapeutische Diagnostik oder Behandlung.

Was Klientinnen und Klienten sagen

„Christians achtsames Arbeiten, gepaart mit seiner Lebenserfahrung und Authentizität, haben mir geholfen, neue Aspekte und Klarheit für mich und mein Leben zu finden. Gerne empfehle ich ihn weiter.“
– Claude

Möchtest du mit einem eigenen Anliegen arbeiten?

Du brauchst keine Erfahrung mit IoPT oder der Anliegen-Methode.

Ausgangspunkt kann das sein, was dich heute beschäftigt – auch wenn du dafür noch keine fertige Erklärung hast.

Wenn du mit einem persönlichen Anliegen zu mir kommen möchtest, findest du auf der Seite Persönliche Begleitung weitere Informationen zu meiner Arbeit, zum ersten Termin und zur Anmeldung.

Persönliche Begleitung →

Wenn du die Anliegen-Methode in einer Gruppe kennenlernen oder mit einem eigenen Anliegen an einem Seminartag teilnehmen möchtest:

Offene Seminare →