SALZ & STEIN · MEINE HALTUNG

Warum Salz & Stein?

 

Die Frage, weshalb ich meine Arbeit Salz & Stein genannt habe, führt zurück zu Gedanken, die mich schon lange begleiten.

Salz und Stein stehen für mich nicht für eine Methode.

Sie sind Bilder für etwas, das ich auf meinem eigenen Weg immer wieder erfahren habe: Wahrheit kann schmerzen. Und gleichzeitig kann es wichtig sein, dem, was zu uns gehört, nicht auszuweichen.

 

Salz – wenn etwas spürbar wird

Salz bewahrt, gibt Geschmack und kann dort brennen, wo eine Wunde ist.

Gerade dieses Bild hat für mich Bedeutung.

Auch im eigenen Leben können wir mit etwas in Berührung kommen, das unangenehm ist oder schmerzt.

Vielleicht mit einer Erfahrung, die wir lange nicht anschauen konnten.

Mit einer Wut, die wir nicht verstehen.

Mit einer Traurigkeit, für die wir keine Worte hatten.

Oder mit einer Wahrheit über uns selbst oder unsere Beziehungen, der wir bisher lieber ausgewichen sind.

Für mich bedeutet Wahrheit dabei nicht, dass jemand anderes weiss, was für mich wahr ist.

Es kann darum gehen, wahrzunehmen, was sich zeigt – und selbst herauszufinden, welche Bedeutung es für das eigene Leben hat.

Wahrheit lässt sich nicht verordnen. Wir können ihr begegnen.

Stein – was bleibt, wenn vieles in Bewegung ist

Ein Stein kann für Beständigkeit stehen.

Und gleichzeitig verändert auch ein Stein seine Form. Wasser, Zeit und Reibung hinterlassen Spuren.

Dieses Bild gefällt mir, weil Veränderung für mich nicht bedeuten muss, ein anderer Mensch zu werden.

Vielleicht geht es manchmal eher darum, besser unterscheiden zu können:

Was gehört zu mir?

Was habe ich übernommen?

Was habe ich gelernt, um mit meinem Leben zurechtzukommen?

Und was davon brauche ich heute vielleicht nicht mehr auf dieselbe Weise?

Was einmal Schutz war, kann uns heute daran hindern, so zu leben, wie wir eigentlich leben möchten.

Zwischen Wahrheit und Beständigkeit

Vielleicht liegt zwischen Salz und Stein etwas, das mich bis heute beschäftigt.

Wie können wir uns dem zuwenden, was in uns geschieht, ohne uns dafür abzuwerten?

Wie können wir verstehen, weshalb wir bestimmte Möglichkeiten entwickelt haben, mit unserem Leben zurechtzukommen?

Und wie können wir gleichzeitig wahrnehmen, ob diese Möglichkeiten heute noch zu unserem Leben passen?

Dabei ist mir eine Unterscheidung wichtig:

Etwas zu verstehen bedeutet nicht, es zu entschuldigen.

Wir können verstehen, weshalb wir selbst oder andere Menschen bestimmte Verhaltensweisen entwickelt haben.

Das bedeutet nicht, dass Verletzungen dadurch ungeschehen werden oder dass wir alles akzeptieren müssen.

Verstehen kann vielmehr die Möglichkeit eröffnen, bewusster wahrzunehmen, was zu mir gehört, wofür ich heute Verantwortung übernehmen kann und wie ich leben möchte.

Bei mir bleiben – auch wenn es schwierig wird

Lange dachte ich, schwierige Gefühle müssten irgendwann verschwinden oder sich in etwas anderes verwandeln.

Heute sehe ich das anders.

Wut, Angst, Traurigkeit oder Verzweiflung können mit Erfahrungen verbunden sein, die zu unserer Geschichte gehören.

Für mich bedeutet Selbstverbundenheit deshalb nicht, immer ruhig, ausgeglichen oder liebevoll zu sein.

Ich muss meine Wut nicht in Liebe verwandeln.

Ich habe die Möglichkeit, den Schmerz wahrzunehmen, der vielleicht mit ihr verbunden ist – und dabei mit mir selbst in Kontakt zu bleiben.

Auch mein Glaube gehört zu diesen Fragen

Die Frage nach Wahrheit, Liebe und dem, was einen Menschen im Innersten trägt, ist für mich auch mit meinem Glauben verbunden.

Gott war früh Teil meines Lebens.

Gleichzeitig kenne ich Wut auf Gott, Zweifel und die Frage, wie sich Liebe mit dem Leid vereinbaren lässt, das Menschen einander zufügen oder erfahren müssen.

Mein Verständnis von Glauben hat sich dadurch verändert.

Heute sind Gott und Liebe für mich eng miteinander verbunden. Das bedeutet nicht, dass ich auf alles eine Antwort habe.

Und es bedeutet auch nicht, dass ein Mensch meinen Glauben teilen muss, um mit mir zu arbeiten.

Mein Glaube ist Teil von mir. Er ist keine Voraussetzung für die Arbeit mit mir.

Was diese Haltung für meine Arbeit bedeutet

Salz & Stein ist aus meinem Weg entstanden.

Meine Erfahrungen, meine Auseinandersetzung mit meiner Geschichte, meine berufliche Erfahrung und meine fachliche Ausbildung haben geprägt, wie ich heute arbeite.

Sie geben mir jedoch nicht die Antwort darauf, was für einen anderen Menschen richtig ist.

Was ich auf meinem eigenen Weg erkannt oder verstanden habe, muss für dich nicht dieselbe Bedeutung haben.

Deshalb möchte ich meine Geschichte nicht zum Massstab für die Geschichte eines anderen Menschen machen.

In einer Begleitung können wir gemeinsam hinschauen, Fragen bewegen und wahrnehmen, was sich im Zusammenhang mit deinem Anliegen zeigt.

Was davon für dich Bedeutung hat, kannst du selbst wahrnehmen und entscheiden.

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