Mein Name ist Christian.
Menschen begleite ich heute nicht deshalb, weil ich glaube, für ihr Leben die richtigen Antworten zu haben.
Ich habe über viele Jahre erfahren, wie wenig es manchmal hilft, nur nach Lösungen zu suchen, wenn wir emotional noch gar nicht verstanden haben, was in uns eigentlich geschieht.
Mein eigener Weg hat mich gelehrt, genauer hinzuschauen. Nicht nur auf das, was ein Mensch tut, sondern auch darauf, womit etwas verbunden sein könnte, das ihn heute beschäftigt.
Meine Auseinandersetzung mit dem Menschen begann lange bevor ich wusste, dass sie einmal Teil meiner beruflichen Arbeit werden würde.
Meine Kindheit und Jugend waren von Erfahrungen geprägt, die Spuren hinterlassen haben.
Ich verbrachte einen Teil meiner frühen Kindheit in einem Kinderheim. In meinem Buch Lavendelhonigkuss erzähle ich ausführlicher von dieser Zeit und von meinem späteren Leben.
Lange wusste ich nicht, wie sehr Vergangenes in meinem gegenwärtigen Leben weiterwirkte.
Ich konnte funktionieren.
Ich konnte arbeiten, Verantwortung übernehmen, Beziehungen führen und meinen Weg gehen.
Und gleichzeitig gab es Reaktionen in mir, die ich selbst nicht verstand.
Wut. Rückzug. Misstrauen.
Das Bedürfnis, Dinge kontrollieren oder in Ordnung bringen zu wollen.
Die Sehnsucht nach Nähe – und gleichzeitig Schwierigkeiten damit.
Irgendwann begann ich zu erkennen:
Nicht alles, was ich unbewusst für meine Persönlichkeit hielt, war wirklich ich.
Manches davon hatte eine Geschichte.
Als ich begann zu fragen: Wer bin ich wirklich?
Eine der schwierigsten Erfahrungen auf diesem Weg war für mich zu erkennen, dass Verletzungen nicht nur etwas sind, das uns widerfährt.
Wir können aus unseren eigenen Verletzungen heraus auch andere verletzen.
In meinem Buch beschreibe ich beispielsweise einen Moment mit meiner damals noch sehr kleinen Tochter. Mein Verhalten hatte ihr Angst gemacht.
Als mir das bewusst wurde, konnte und wollte ich mich nicht damit herausreden, dass auch ich überfordert oder durch meine eigene Geschichte geprägt war.
Ich musste Verantwortung übernehmen.
Diese Unterscheidung ist mir bis heute wichtig:
Etwas zu verstehen bedeutet nicht, es zu entschuldigen.
Aber wenn wir beginnen zu verstehen, woher bestimmte Reaktionen, Ängste oder Verhaltensweisen kommen könnten, entsteht möglicherweise etwas Neues:
Wahlfreiheit.
Wir müssen nicht automatisch genauso weiterreagieren wie bisher.
Die Frage nach der Liebe
Eine Frage begleitet mich schon sehr lange:
Was ist eigentlich Liebe?
In Lavendelhonigkuss beschreibe ich einen Moment, in dem ich während eines Seminars im Jahr 1995 sagte, dass ich nicht wisse, was Liebe sei.
Ich hatte damals das Gefühl, in mir sei eher ein Stein als Liebe.
Diese Frage liess mich nicht mehr los.
Heute sehe ich vieles differenzierter als damals.
Ich frage mich weniger, ob ein Mensch lieben kann, sondern eher, was zwischen einem Menschen und seiner Fähigkeit steht, sich selbst und andere wirklich wahrzunehmen.
Welche Erfahrungen haben ihn geprägt?
Wovor musste er sich vielleicht einmal schützen?
Was davon wirkt heute noch?
Und was geschieht, wenn wir diesen Schutz nicht bekämpfen, sondern beginnen wahrzunehmen, womit er verbunden sein könnte?
Diese Fragen prägen meine Arbeit bis heute.
Auch mit meiner Wut bei mir bleiben
Lange glaubte ich, bestimmte Gefühle überwinden oder loswerden zu müssen.
Heute sehe ich das anders.
Wut, Schmerz, Angst oder Verzweiflung sind nicht automatisch etwas, das weg muss.
Für mich ist entscheidender geworden, ob ich diese Gefühle wahrnehmen kann, ohne mich dabei selbst zu verlassen.
Ich muss meine Wut nicht in Liebe verwandeln.
Ich habe die Möglichkeit, den Schmerz wahrzunehmen, der vielleicht mit ihr verbunden ist – und dabei mit mir selbst in Kontakt zu bleiben.
Für mich bedeutet Selbstverbundenheit deshalb nicht, immer ruhig, ausgeglichen oder liebevoll zu sein.
Sie bedeutet, auch dann bei mir bleiben zu können, wenn es in mir schwierig wird.
Auch mein Glaube musste sich verändern
Gott war schon früh Teil meines Lebens.
Ich habe als Kind beten gelernt. Die Vorstellung, dass mir jemand zuhört, hat mich durch schwierige Zeiten begleitet.
Aber mein Verhältnis zu Gott war keineswegs immer friedlich.
Ich habe mit Gott gehadert.
Ich habe ihn angeklagt und gefragt, warum er bestimmte Dinge zugelassen hat.
In meinen Tagebüchern finden sich verachtende Wut, Enttäuschung, Zweifel und manchmal Verzweiflung.
Auch darin habe ich gelernt, mich selbst nicht zu verlassen.
Meine Wut auf Gott musste nicht verschwinden.
Auch meine Zweifel mussten nicht verschwinden.
Entscheidend wurde für mich, ob ich dabei auch meinen Schmerz wahrnehmen und mit mir selbst in Beziehung bleiben konnte.
Diese Auseinandersetzung hat meinen Glauben verändert.
Ich brauche heute keinen Gott, der mir jede Erfahrung erklärt.
Für mich ist Gott untrennbar mit Liebe verbunden.
Gleichzeitig weiss ich, dass andere Menschen dafür andere Worte verwenden – oder überhaupt keinen religiösen Bezug haben.
Das respektiere ich.
Mein Glaube ist Teil von mir.
Er ist keine Voraussetzung für die Arbeit mit mir.
Aus eigener Suche wurde Lernen
Je mehr ich über mich selbst verstand, desto stärker wollte ich verstehen, was Menschen prägt.
So wurde aus meiner persönlichen Suche eine intensive Auseinandersetzung mit menschlichem Erleben, Beziehungen, inneren Konflikten und Veränderungsprozessen.
Ich habe über viele Jahre gelesen, gelernt, mich weitergebildet, eigene Erfahrungen reflektiert und Menschen begleitet.
Heute verbinden sich in meiner Arbeit mehr als drei Jahrzehnte Berufserfahrung sowie meinen persönlichen Entwicklungsweg, Erfahrungen aus Wirtschaft, Vertrieb, Führung und Beratung, kontinuierliches Selbststudium und fachliche Weiterbildung.
Ich bin lizenzierter IoPT-Trainer und systemischer Business Coach.
Dabei ist mir eine klare Unterscheidung wichtig:
Meine persönliche Geschichte ist keine fachliche Qualifikation.
Und mein Selbststudium ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Ausbildung.
Beides hat meinen Blick auf Menschen geprägt – aber auf unterschiedliche Weise.
Heute begleite ich Menschen, die etwas in ihrem Leben besser verstehen möchten – sich selbst, ihre Beziehungen, ihre Gefühle oder Reaktionen, die sich vielleicht immer wieder zeigen.
Ausgangspunkt ist das persönliche Anliegen.
Mich interessiert:
Was zeigt sich, wenn ein Mensch die Möglichkeit bekommt, sich selbst genauer zu begegnen?
Manchmal erleben wir Reaktionen, die uns selbst rätselhaft erscheinen.
Wir geraten immer wieder in ähnliche Beziehungen oder Konflikte.
Vielleicht haben wir Mauern aufgebaut, die uns einmal schützen sollten.
Heute können genau diese Mauern dazu führen, dass wir uns zurückziehen, obwohl wir uns nach Nähe sehnen.
Ist das nicht paradox?
Wir versuchen, alles unter Kontrolle zu halten.
Oder wir funktionieren hervorragend – und spüren trotzdem, dass etwas in uns nicht wirklich zur Ruhe kommt.
Es geht mir nicht darum, solche Reaktionen vorschnell zu bewerten.
Vielmehr kann es darum gehen, für sich selbst besser zu verstehen, welche Funktion sie einmal gehabt haben könnten – und weshalb das, was einmal geschützt hat, heute möglicherweise im Weg steht.
Was einmal Schutz war, kann uns heute daran hindern, so zu leben, wie wir eigentlich leben möchten.
In meiner Begleitung können wir gemeinsam hinschauen, welche Zusammenhänge sich zeigen und ob frühere Erfahrungen mit dem verbunden sein könnten, was einen Menschen heute beschäftigt.
Dabei arbeite ich unter anderem mit der Identitätsorientierten Psychotraumtheorie (IoPT) und der Anliegen-Methode sowie mit Elementen aus dem systemischen Coaching.
Meine Erfahrungen haben mich geprägt. Sie haben mir aber nicht die Antwort darauf gegeben, was für einen anderen Menschen richtig ist.
Was ich auf meinem eigenen Weg erkannt oder verstanden habe, muss für dich nicht dieselbe Bedeutung haben.
Deshalb möchte ich meine Geschichte nicht zum Massstab für die Geschichte eines anderen Menschen machen.
In einer Begleitung können wir gemeinsam hinschauen, Fragen bewegen und wahrnehmen, was sich im Zusammenhang mit deinem Anliegen zeigt.
Was davon für dich Bedeutung hat, kannst du selbst wahrnehmen und entscheiden.
Ich nehme dein Anliegen und das, was sich in unserer gemeinsamen Arbeit zeigt, ernst.
Ich stelle Fragen, teile Wahrnehmungen und biete dir meine fachliche Perspektive an, wenn sie für unsere Arbeit hilfreich sein kann.
Dabei können unterschiedliche Sichtweisen nebeneinander bestehen. Nicht jede Wahrnehmung von mir muss für dich stimmig sein.
Du hast die Möglichkeit, selbst zu prüfen, was für dich Bedeutung hat und was nicht.
Ich kann dir nicht versprechen, was sich durch unsere gemeinsame Arbeit verändern wird.
Ich stelle keine medizinischen oder psychotherapeutischen Diagnosen. Eine vorhandene Diagnose kann Orientierung geben – sie erzählt mir jedoch nicht die Geschichte eines Menschen.
Meine Arbeit ist Coaching, Beratung und traumasensible Begleitung. Sie ersetzt keine medizinische, psychiatrische oder psychotherapeutische Diagnostik oder Behandlung.
Viele Jahre meines Lebens wollte ich wissen:
Was stimmt nicht mit mir?
Heute interessiert mich eine andere Frage viel mehr:
Was ist mir geschehen – und was habe ich daraus gelernt, um mit meinem Leben zurechtzukommen?
Diese Frage verändert für mich den Blick auf einen Menschen.
Aus einem vermeintlichen Fehler kann eine verständliche Reaktion werden.
Ein Verhalten kann beginnen, in einem anderen Zusammenhang verständlich zu werden.
Aus Verstehen kann Verantwortung entstehen.
Und vielleicht entsteht daraus irgendwann die Freiheit, nicht mehr alles tun zu müssen, was einmal notwendig war.
Für mich beginnt genau dort Selbstbegegnung.
Was andere über mich sagen
Christians achtsames Arbeiten gepaart mit seiner Lebenserfahrung und Authentizität haben mir geholfen, neue Aspekte und Klarheit für mich und mein Leben zu finden. Gerne empfehle ich ihn weiter.
– Claude
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