Über mich

  

Wie der Körper mit außergewöhnlichen Situationen des Lebens umgeht, das habe ich bereits mit dreieinhalb Jahren erfahren müssen, als ich für einige Zeit zu einer Pflegemutter gegeben wurde. Wie der Körper immer wieder abspaltet, weil es der Psyche zu viel und zu laut ist und Angst die allgegenwärtige Bedrohung darstellt, erfuhr ich in den darauffolgenden Jahren im Kinderheim. Ich erlebte zahlreiche Situationen von physischer u/o psychischer Gewalt und blieb auch vor sexueller Traumatisierung nicht verschont.

Die Konsequenz daraus war, dass ich für sehr lange Zeit ein «Leben» führte, das ich heute alles andere als Leben bezeichnen würde. Die Kehrtwende kam, als ich an meinem ersten systemischen Seminar bei Jokob Schneider in München (1995) teilnahm, wo ich mein Anliegen vorbrachte, dass es mein sehnlichster Wunsch wäre herauszufinden, was Liebe ist.

Es war mein innerstes Bedürfnis, die Wahrheit über mich selbst herauszufinden – weg von irgendwelchen Illusionen, an denen ich mich bis dahin orientierte. Nebst dem familiensystemischen Arbeiten war es wichtig, dass ich auch an meiner körperlichen Wahrnehmung arbeitete. Mit der Unterstützung meiner Atem- und Körpertherapeutin (Lilo Ramser, Bern) lernte ich unter anderem zwischen einem Dasein in einer Watte bepackten Glasglocke und dem wachen Präsentsein zu unterscheiden. Zu diesem Arbeiten (2002) gehörte es auch, Tagebuch zu schreiben – und was ich zuerst fast widerwillig tat, zeigte sich dann als enorm heilender Prozess. Aus schlussendlich gut 3500 Seiten Tagebuch-Material entstand dann mein Buch Lavendelhonigkuss, das ich im Januar 2020 veröffentlicht habe.

Ich bin ein lebendiger Mensch geworden, der mit wachem Geist durchs Leben geht und mit der richtigen Unterstützung von Fachpersonen gelernt hat, wie wirkungsvoll es ist, sich an der eigenen Identität zu orientieren und zu handeln.

Dass ich heute mit Schwerpunkt «Identitätsorientierte Psychotraumatheorie (IoPT)», nach Prof. Dr. Franz Ruppert, München, Menschen begleite oder systemisch coache, ist für mich zum Naheliegendsten auf der Welt geworden. Ich bin glücklich, dass ich diese wertvolle Arbeit mit Hilfe meiner eigenen Selbsterfahrungen und verschiedener erlernten Methoden gezielt einzusetzen weiss und anbieten kann.